Paragraph 18 Absatz 3

(3) Wenn sich unter den gewählten Mitgliedern des neuen Kirchenvorstandes keine Person befindet, die zu Beginn der Amtszeit des neuen Kirchenvorstandes das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, soll der erweiterte Kirchenvorstand mindestens eine Person aus dieser Altersgruppe zur Berufung vorschlagen. Absatz 1 Satz 2 findet für diese Berufung keine Anwendung.

4 Kommentare

  1. Die Regelung in § 18 Abs. 1 S. 2 ist richtig, da sie sicherstellt, dass die Gewählten gegenüber den Berufenen die Mehrheit haben. Dem kann jedoch die Regelung in Abs. 3 S. 2 entgegenstehen. Der KV soll m i n d e s t e n s eine Person unter 27 zur Berufung vorschlagen, ggf. aber auch mehrere. Schlägt er im Extremfall 4 Personen unter 27 zur Berufung vor, weil unter den 3 Gewählten niemand unter 27 war, so findet für diese Berufung § 18 Abs. 1 S. 2 keine Anwendung, die Berufenen wären in der Mehrheit. Auch in weniger extremen Fällen kann, wenn der KV über die mindest-Regelung hinausgeht, das Verhältnis von Gewählten und Berufenen zu sehr in Schieflage geraten. Vorschlag : § 18 Abs. 3 S. 2 streichen.

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      • Lieber Herr Drechsler,
        vielen Dank für Ihren Hinweis, über den wir im Landeskirchenamt kürzlich beraten haben. Wir würden § 18 Abs. 1 Satz 2 gern klarer formulieren: „In diesem Fall erhöht sich die Anzahl nach Absatz 1 Satz 2 um eine Person.“ Wenn ein Kirchenvorstand ein junges Gemeindeglied unter 27 Jahren zur Berufung vorschlagen soll, soll dies nicht zu Lasten der übrigen Berufungen gehen. In vielen Kirchenvorständen kann es ja nur ein oder zwei Berufungsplätze geben; der alte KV soll weiterhin in der Entscheidung frei sein, mit welchen Personen er diese Plätze besetzt haben möchte. Daher würden wir gern an einer Regelung festhalten, wonach die Soll-Berufung eines jungen Menschen nicht auf die normale Höchstzahl der zu Berufenden (§ 18 Abs. 1 Satz 2) angerechnet wird.
        Dass sich das Zahlenverhältnis zwischen Gewählten und Berufenen dadurch verschieben kann, ist richtig. Auch über den Einwand von Frau Brüninghaus, dass die Soll-Berufung eines jungen Gemeindegliedes im Kontrast zur Entscheidungsfreiheit des KV, überhaupt eine Berufung zu wollen, steht, ist nicht von der Hand zu weisen.
        Mit freundlichen Grüßen
        Stefan Schlotz

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      • Durch diese Regelung wird §18 Abs.1 außer Kraft gesetzt und der Kirchengemeinde somit die freie Entscheidung, ob Personen berufen werden sollen, entzogen.
        Meine Bedenken zur Quote habe ich bereits unter §9 Abs. 1 geäußert.
        Ich bin für die ersatzlose Streichung des §18 Abs 3.

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          • Auch wenn der Absatz die freie Entscheidung der gewählten Mitglieder einschränkt, ist die Mitarbeit von Personen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren in einem KV von absoluter Wichtigkeit. Sie vertreten die Interessen von Kindern (0 – 13), Jugendlichen (14 – 17) und jungen Erwachsenen (18 – 27), Personengruppen, die in KVs großflächig unterrepräsentiert sind und als wichtiger Bestandteil der Gemeinde vertreten sein müssen. Wenn durch ihr Mitwirken die Attraktivität der Kirchengemeinde für diese Altersgruppen steigt, wird sie auch in Zukunft eine hohe Anzahl an Kirchenmitgliedern haben. Je früher junge Menschen in Entscheidungen einbezogen werden, desto eher übernehmen sie Verantwortung und werden oft ein Leben lang ein engagiertes und aktives Mitglied unserer Kirche. Sie werden in 10 oder mehr Jahren die jungen Eltern sein, die sich aktiv für ein Leben in der Kirchengemeinde entscheiden oder nicht. Diese Jugendlichen sind unsere Gegenwart und ganz sicher unsere Zukunft. Sie müssen im wichtigsten Entscheidungsgremium unserer Kirche mit mindestens einer Stimme vertreten sein.

            • Funktion/Gremium: Landesjugendkammer
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