Paragraph 6 Absatz 1

(1) Für eine Wahlperiode kann der Kirchenvorstand die Kirchengemeinde in Wahlbezirke aufteilen, sofern die dadurch gebildeten Wahlbezirke eine Anzahl von 500 Kirchenmitgliedern nicht unterschreiten. Diese Begrenzung gilt nicht, wenn die Kirchengemeinde in der laufenden Wahlperiode durch Zusammenlegung oder andere Begrenzung vergrößert worden ist. Für den Bereich einer Kapellengemeinde oder einer Ortskirchengemeinde ist ein Wahlbezirk zu bilden. Der Kirchenvorstand bestimmt, wie viele Mitglieder in jedem Wahlbezirk zu wählen sind. Kapellenvorstände sind zuvor anzuhören.

6 Kommentare

  1. Ich finde, 500 Gemeindemitglieder pro Wahlbezirk sind zu viel. Damit könnten wir bei der nächsten Wahl nicht mehr einen Wahlbezirk für jedes Dorf unserer Kirchengemeinde (insgesamt drei) bilden. Das ist aber nötig, um die in § 1 genannte „Vielfalt der Aufgaben, Kenntnisse und Erfahrungen“ widerzuspiegeln. Entweder weniger Gemeindemitglieder nennen oder eine Komponente mit einbauen, die die Struktur der Gemeinde berücksichtigt.

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    • Aber ist der Grundsatz 1 Dorf = 1 Wahlbezirk wirklich gesetzt? Dass die Abkehr davon positive Effekte haben kann, habe ich schon erlebt.

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        • Ja schon, aber das kann nur vor Ort entschieden werden. Der Gesetzgeber weiß nicht, wie die Situation in den Gemeinden vor Ort ist. Für den ländlichen Raum ist eine Anzahl von 500 Gemeindegliedern pro Wahlbezirk meiner Meinung nach zu hoch. Der Gesetzgeber sollte keine Vorgaben machen, sondern den Gemeinden vor Ort zutragen, das richtige zu entscheiden.

          • Funktion/Gremium: Pastor/Kirchenvorstand
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      • Wo sind die Stimmbezirke? Ich glaube, dass wir dadurch Wähler*innen verlieren werden, dass wir keine Stimmbezirke einrichten. Wir haben hier auf den Dörfern in Südniedersachsen eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung (über 50% teilweise), weil die Leute beim Sonntagnachmittagsspaziergang wählen gehen. Gleichzeitig wollen wir uns dorfübergreifend als eine Gemeinde sehen, deshalb brauchen wir Stimm- und nicht Wahlbezirke (zumal die Dörfer für Wahlbezirke viel zu klein sind). Brief- und online-Wahl können das ergänzen.

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        • Ich finde, dass 300 pro Stimmbezirk sehr gut ist.

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          • Ich finde 500 pro Wahlbezirk sind bei weitem zu viel.

            Unsere Kirchgemeinde besteht aus 7 Dörfern, in keinem der Dörfer haben wir 500 Mitglieder. Bis jetzt ist es so, dass jedes Dorf 2 Kirchenvorsteher wählt und 1 Kirchenvorsteher berufen kann.
            Jedes Dorf besitzt eine eigene Kirche und in 6 Dörfern einen eigenen kirchlichen Friedhof. Die Friedhöfe und die Kirchen werden ehrenamtlich von den jeweiligen Kirchenvorstehern aus dem jeweiligen Dorf betreut. In jedem der 7 Dörfern ist die Gemeinde Mitglied im Real-, Forst-, und Jagdverband; hier nehmen die jeweiligen Kirchenvorsteher aus dem Dorf das Sitzung und Stimmrechte wahr.

            Die Gemeindemitglieder der einzelnen Dörfer identifizieren sich mit ihrem Kirchenvorsteher aus ihrem Dorf und umgekehrt. Wenn es Themen gibt, sprechen die Gemeindemitglieder ihren demokratisch gewählten Kirchvorsteher auf der Straße an.

            Jedes Dorf hat also seine drei Kirchenvorsteher, die ihren kleinen „Ortsausschuss“ bilden und sich ehrenamtlich um die Belange wie Kirche, Friedhof, Gemeindearbeit, Gottesdienst usw. kümmern.
            Mit dem neuen Gesetz und der 500 Regel werden bei uns historisch gewachsene Strukturen zerstört. Ich denke, bei uns werden mit dem Zuschnitt von neuen Stimmbezirken mit über 500 Mitgliedern viele Kirchenvorsteher nicht mehr zur Wahl antreten und unsere Wahlbeteiligung von über 60 % wird rapide sinken.

            Deswegen muss der Kirchenvorstand die Möglichkeit haben, die Wahlbezirke und die Anzahl der zu wählenden Mitglieder, selbst bestimmen zu können.

            Unser Kirchenvorstand ist im Schnitt 42 Jahre alt. Wir haben statistisch sehr wenige Kirchenaustritte in den letzten Jahren.
            Unser Motto ist: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ Galater 6,2

            Dieses Motto, unsere Struktur, und unser Zusammenhalt in der Gemeinde sehe ich durch §6 Abs. 1 des neuen Kirchenvorstandsbildungsgesetzes stark gefährdet.
            Ich kann deswegen den Gremien nur empfehlen nicht an der 500er Regel festzuhalten. In unserer Gemeinde macht sie kirchliches, gemeinschaftliches Leben dadurch kaputt.

            Schlussendlich entfernt sich Kirche dadurch noch weiter vom einzelnen Gemeindemitglied. Die Kirchenvorsteher sind das Bindeglied und erklären Kirche.
            Ich empfinde, dass sich Kirche in den letzten Jahren immer weiter vom Gemeindemitglied entfernt. Bei uns wird diese Abkoppelung von Kirche und Gemeindemitglied durch die Festlegung auf einen Wahlbezirk mit mindestens 500 Mitgliedern noch beschleunigt. und zerstört schlussendlich kirchliches Leben in den Dörfern. Das ist nicht nur in unserer Kirchengemeinde so sondern auch in vielen anderen in unserer Region.

            • Funktion/Gremium: Vorsitzender des Kirchenvorstand und Mitglied im Kirchenkreisvorstand
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